By Horst Melcher

In der vorliegenden Schrift wird gewissermaßen ein Querschnitt durch Einsteins Denken und Schaffen auf den verschiedensten Gebieten - vornehmlich außerhalb der Physik - aufgezeigt, wobei das bei Einstein so häufig auftretende Wort "Vorurteil" im Mittelpunkt der Betrachtungen steht. An Hand einer Vielzahl von Bei­ spielen, die sich auf die Problemkreise "Vorurteil" und "Denkgewohnheit" beziehen, soll ein Einblick in Einsteins Denkweise gegeben werden. Dabei werden sowohl Einsteins Ringen um Erkenntnisfortschritt deut­ lich als auch seine damit verbundenen lebenslangen An­ strengungen zur Überwindung von Vorurteilen, z. B. durch kritisches Prüfen und Erkennen von Denkgewohn­ heiten. Im engen Zusammenhang damit steht seine konse­ quente Ablehnung von Dogmatismus aller Spielarten sowie sein glühendes Interesse für die Entwicklung menschlicher Formen des Zusammenlebens. Einsteins Äußerungen sind eine Fundgrube für jeden, der sich für deren Wirkung und Rückwirkung auf die wissenschaftliche, historische und politische state of affairs der jüngsten Geschichte interessiert. Die ungewöhnlich lebendige und eindrucksvolle Sprachkunst Einsteins und seine Persönlichkeitsausstrahlung haben mit dazu bei­ getragen, klassisches Denken zu überwinden, über­ zeugende Antworten auf prekäre Fragen zu geben, die Zeitgenossen auf neue Wege der Physik zu leiten und Fesseln überlebter Vorstellungen und autoritärer Tra­ ditionen zu sprengen. Einstein führte zeitlebens einen leidenschaftlichen Kampf gegen jeglichen sich auf car­ rität stützenden Glauben und gegen blinden Gehorsam.

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Offensichtlich aber handelt es sich bei der Einsteinsehen Denkweise um eine sehr erfolgreiche und nicht zuletzt deshalb legitime Methode, die nicht idealistisch sein kann. Es scheint, als ob Erkenntnis für Einstein etwas ist, was nicht nach einem bisher formulierten methodischen philosophischen Rezept gewonnen werden kann; nicht durch bloße Empirie, noch nach einem Apriori KANTscher Art. Geniale Physiker haben den Vorgang der Erkenntnis bzw. der Erkenntnisfindung selbst erlebt und können urteilen, wie sie geschieht.

606] (1954) und brachte bei anderer Gelegenheit zum Ausdruck: "Ich bin nicht der Meinung, daß man im Kampf um eine bessere Welt den Namen Gottes ins Spiel bringen sollte. Das if;t, wie mir scheint, mit der Integrität eines modemen, gebildeten Mensehen nieht vereinbar. Überdies zeigt die Gesehichte, daß jede Partei glaubt oder andere davon zu überzeugen sucht, daß Gott auf ihrer Seite stehe. Dadur'ch werden rationales Verständnis und Verhalten nur noch erschwert. '; [23, S. 591] (1953) Selbstbelobigungen, bombastische Formulierungen und Übertreibungen jeder Art waren ihm fremd.

Er akzeptiert dankbar die erkenntnistheoretische Begriffsanalyse : aber die äußeren Bedingungen, die ihm durch die Erlebnistatsachen gesetzt sind, erlauben es ihm nicht, sich bei der Konstruktion seiner Begriffswelt allzusehr durch Festhalten an einem erkenntnistheoretischen System beschränken zu lassen. Er muß dann dem systematischen Erkenntnistheoretiker als eine Art skrupelloser Opportunist erscheinen. Er erscheint als Realist insofern, als er eine von den Akten der Wahrnehmung unabhängige Welt darzustellen sucht; als Idealist insofern, als er die Begriffe und Theorien als freie Erfindungen des menschlichen Geistes ansieht (nicht logisch ableitbar aus dem empirisch Gegebenen); als Positivist insofern, als er seine Begriffe und Theorien nur insoweit für begründet ansieht, als sie eine logische Darstellung von Beziehungen zwischen sinnlichen Erlebnissen liefern.

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